In den letzten Jahren ist es führenden Wissenschaftlern gelungen, verschiedene Therapieansätze zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration zu finden.
Zum einen kann durch ein spezielles Medikament, welches in den Glaskörperraum eingebracht wird, das Wachstum von krankhaften Gefässen gemindert, ja zum Teil sogar rückläufig gemacht werden (IVI= intravitreale Injektionen), zum anderen kann durch eine spezielle Laserbehandlung selektiv ein Verschluss von krankhaften Gefässneubildungen erreicht werden.
Beide Verfahren werden zum Teil auch synergistisch eingesetzt.
Die intra-vitreale Injektion
Im Falle einer sogenannten feuchten Makuladegeneration, gemeint sind hier (subretinale choroidale Neovaskularisationen), gibt es seit ca. 3 Jahren einen völlig neuartigen Behandlungsansatz.
Dank intensiver Forschung ist es gelungen, ein Medikament zu entwickeln, welches Rezeptoren an krankhaft veränderten Gefässen unterhalb der Netzhaut, blockiert, so dass diese Gefässe nicht weiter wachsen und sich sogar teilweise zurückbilden.
Diese krankhaften Aderhautgefässe sind Bestandteil der Erkrankung und entstehen in Folge von Alter, UV Belastung `oxidativem Stress`, falscher Ernährung, Rauchen, Genetik etc.
Da diese Gefässe nicht normal ausgebildet sind und zudem an einer 'falschen' Stelle im Auge wachsen, können Sie dort Schaden anrichten und zu massiven Sehverschlechterungen führen.

Mit den neuentwickelten Medikamenten (sog. VEGF-Hemmern) ist man nun in der Lage, sehr gezielt zu behandeln. Dabei wird das Medikament (entweder Lucentis, Fa. Novartis oder Macugen Fa. Pfizer) direkt in den Glaskörperraum eingegeben.





Die Behandlung muss in der Regel 3x im Monatsabstand, teilweise auch häufiger wiederholt werden. Die Kosten werden meist von den Krankenkassen getragen.

Frau Dr. Müller bei der OP
Neben diesen Medikamenten gibt es auch noch eine gezielte Laserbehandlung gegen die feuchte Makuladegeneration, die sogenannte Photodynamische Therapie mit Visudyne (Fa. Novartis). Auch diese Therapie wirkt sehr gezielt und erfolgreich, allerdings können nicht alle Patienten mit der feuchten Makuladegenration so behandelt werden, es kommen nur einige spezielle Subtypen für diese Behandlung in Frage.
Die photodynamische Therapie (PDT)
Zur PDT wird ein sehr lichtempfindlicher Farbstoff (Visudyne®) über 10 Minuten in die Armvene injiziert. Nach einer gewissen Zeit (ca. 5min.) reichert sich dieser Farbstoff hauptsächlich in den krankhaften Gefässneubildungen an, die oftmals leider direkt unterhalb der Makula (Stelle des schärfsten Sehens) liegen; diese Region wird dann exakt 15min. nach Beginn der Infusion mit einem speziellen Diodenlaser bestrahlt. Durch Anregung des Farbstoffes mit diesem speziellen Laserlicht wird eine chemische Reaktion in Gang gesetzt, die dann zur selektiven Verödung der krankhaften Gefäßneubildungen unterhalb der Netzhaut führt.
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Ein spezieller Diodenlaser aktiviert ... |
... ein Farbstoff-Medikament, welches daraufhin mit Sauerstoff reagiert und zu einer gewünschten „Photothrombose“ in erkrankten Gefässen führt. |
Durch dieses Verfahren werden sowohl die Sinneszellen als auch die Nervenfasern und gesunde Gefäße des Auges geschont und nur die veränderten kranken Gefäße verödet. Dies ermöglicht somit die Behandlung von Veränderungen der Stelle des schärfsten Sehens ohne diese zu gefährden; bislang war dies so nicht möglich und bei einer herkömmlichen Laserbehandlung mit einem thermischen Laser, wurden immer auch gesunde Netzhautbereiche mitgeschädigt.
Klinische Studien aus dem In-und Ausland konnten zeigen, dass im Vergleich zu Patienten die nicht mit PDT behandelt wurden, in mehr als 50% der Fälle eine drastische Sehverschlechterung aufgehalten werden konnte. In Einzelfällen wurde sogar eine Verbesserung der Sehschärfe verzeichnet. Ziel der Behandlung ist jedoch in erster Linie die Stabilisierung der Sehschärfe. Dies gilt für die so genannte feuchte Form der altersabhängigen Makuladegeneration mit einer "subfovealen, Membran".
Für diese Patientengruppe werden die Kosten seit dem 01.08.01 auch von der Krankenkasse übernommen.
Einen deutlich größeren Benefit von dieser Therapie scheinen, ersten Studienergebnissen zur Folge, allerdings Patienten mit Makulaveränderungen zu haben, die sie aufgrund ihrer Kurzsichtigkeit entwickelt haben.
Hier kann in ca. 12% der Fälle sogar eine deutliche Sehschärfenverbesserung als Folge der PDT verzeichnet werden. Hier wird die Kostenübernahme durch die Kassen jedoch bislang noch am Einzelfall entschieden.
Trotz der eventuell notwendigen Wiederholungsbehandlungen, eröffnet die PDT in Deutschland dem Augenarzt die Möglichkeit, gegen die häufigste Erblindungsursache des Auges, die altersbedingte Makuladegeneration, erfolgversprechend vorzugehen.
Diese Therapie muss aber früh genug erfolgen! Sie ist zur Zeit nur für spezielle Erkrankungen der Makula anwendbar (die "feuchte Makuladegeneration") und erfordert vorher umfangreiche Untersuchungen (z.B. eine Fluoreszenzangiographie).
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